27.08.2014 05:29

Elterntelefon-Kampagne

Kummer mit den Kids? – Abschluss-Runde der Elterntelefonkampagne mit dem Schirmherrn Ministerpräsident Torsten Albig

 

KIEL Nach einem Jahr geht die Elterntelefonkampagne „Kummer mit den Kids?“ in die Abschlussrunde. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident und Schirmherr Torsten Albig und die Landesvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes Irene Johns warben zum Einschulungstag an der Bürgerschule in Husum für das kostenfreie und anonyme Beratungsangebot. „Wir wollen gerade zum Schulbeginn auf das Elterntelefon aufmerksam machen“, erklärte Irene Johns. „Der Schuleintritt ist ein neuer Lebensabschnitt – auch für Eltern. Und er könnte ein guter Anlass sein, Dinge einmal anders machen zu wollen.“ Der Alltag mit Kindern sei für Eltern schön, könne aber auch mal stressig sein, so die Landesvorsitzende weiter. „Alltagsstress soll aber keine Dauerbelastung werden, sodass man sich dann vor den Herbstferien in der Familie nur noch anschreit. Das Elterntelefon ist eine erste Anlaufstelle, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen“, so Irene Johns.

 

Als Schirmherr der Elterntelefon-Kampagne begleitete Torsten Albig die Präsentation des zweiten neu gestalteten Linienbusses. Auf dem Schulhof der Bürgerschule weihte er einen großflächig beklebten Autokraft-Bus als neuen mobilen Werbeträger ein, um das Beratungsangebot der Nummer gegen Kummer e.V. noch bekannter zu machen. „Das Elterntelefon bietet qualifizierte, schnelle, anonyme und kostenlose Unterstützung. Daher ist es so wichtig, dass dieses Angebot noch bekannter wird.“

 

Als Partner der Elterntelefonkampagne sorgt die Autokraft / DB Regio AG mit der Bereitstellung eines weiteren großflächig beklebten Linienbusses im Kreis Nordfriesland für einen besonders beeindruckenden Blickfang in Sachen Elterntelefon. Alexander Möller, Geschäftsführer der Autokraft / DB Regio AG, sagte: „Die Autokraft fährt die allermeisten Schüler im Land morgens zur Schule und bringt sie später wieder nach Hause. Jeden Tag erleben wir, wie es unseren Kindern in Nordfriesland und anderswo im Land geht. Jeden Tag erleben wir dabei Ausgelassenheit und Freude, aber auch Rauflust und Ärger. Deshalb unterstützen wir die ‚Nummer gegen Kummer‘. Sie hilft." Der nun zweite Autokraft-Linienbus, der für das Elterntelefon wirbt, wird sowohl im Husumer Stadtverkehr als auch auf Überlandstrecken unterwegs sein.

 

Torsten Albig, Irene Johns und Alexander Möller befestigten symbolisch gemeinsam die letzte Klebefolie am Bus. Am auf dem Schulhof stehenden Bus informierten sich Eltern der Kinder aus den zweiten bis vierten Klassen der Bürgerschule über das Beratungsangebot der Elterntelefone in Schleswig-Holstein, die landesweit zu verlässlichen Zeiten ein offenes Ohr für die Fragen der Anrufenden haben. „Ganz klar senden wir aus dem Kreis Nordfriesland das Signal ins Land, dass es ein Beratungsangebot gibt, das auch im ländlichen Raum ganz unkompliziert zu erreichen ist. Wir wollen den Schutz und die Unterstützung für Kinder im ländlichen Raum stärken. Hier ist es schon allein wegen der weiten Wege schwieriger, sich schnell und einfach Unterstützung zu holen. Das Elterntelefon kann helfen, gleich die passenden Angebote zu finden“, so Irene Johns.

 

Am selben Tag fand eine Haushaltsverteilung der Informationsfaltblätter mit abreißbarer Visitenkarte des Elterntelefons in Husum statt. „Das Elterntelefon ist für alle Eltern da, ob sie nun noch sehr kleine Kinder oder Schulkinder haben. Mit der Kampagne wendeten wir uns 2013 gezielt an Eltern von bis zu sechsjährigen Kindern, 2014 stehen nun die Eltern von Schulkindern im Mittelpunkt“, begründet Irene Johns den Aktionsort.

 

Außerdem sind die informativen Faltblätter in Beratungsstellen, öffentlichen Einrichtungen und auch in Sparkassen erhältlich.

Zu den weiteren Partnern der Elterntelefon-Kampagne gehören die Kroschke-Stiftung, der Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein und die Nummer gegen Kummer e.V.

 

Das kostenlose und anonyme Elterntelefon der Nummer gegen Kummer e.V. gibt es als Gesprächs-,  Informations- und Beratungsangebot seit März 2001. In Schleswig-Holstein finanziert es  sich über Spenden und über die Förderung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein.

 

Rund 3000 Gespräche werden pro Jahr am Elterntelefon geführt. Schreibabies, Schlafstörungen, Trotzphasen sind dabei genauso Themen wie familiäre Krisen oder auch die vielfältigen Belastungen durch den Schulalltag, angefangen bei Lernschwierigkeiten über Pubertätsprobleme bis hin zu (schulischen) Reaktionen auf familiäre Veränderungen.

 

Laut letzter Erhebungen waren Probleme mit der eigenen (Erziehung-)Situation mit 71,5 % der häufigste Anlass für einen Anruf beim Elterntelefon. Hierzu zählen alle Schwierigkeiten, die den Anrufenden selbst in seiner Rolle als Erzieher betreffen, wie z.B. die Betreuung der Kinder, die fehlende Unterstützung durch die/den Partner/in, häusliche Gewalt u.v.m. Die meisten fühlten sich hilflos oder überfordert.

 

Unter der Nummer 0800-1110550 sind bundesweit rund 900 speziell geschulte Beraterinnen und Berater im Einsatz, um die Probleme von Eltern im Gespräch zu klären und gemeinsam neue Handlungsmöglichkeiten zu erörtern. Außerdem vermitteln die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter  gegebenenfalls Hilfe durch Fachleute oder Institutionen.

Aktuell gibt es im Bundesgebiet 44 Elterntelefon-Standorte, vier davon in Schleswig-Holstein (Bad Oldesloe, Kiel, Neumünster, Neustadt). Träger sind die Orts- und Kreisverbände des Deutschen Kinderschutzbundes. Die Dachorganisation ist Nummer gegen Kummer e.V.

 


Irene Johns (DKSB), Alexander Möller (DB Regio / Autokraft) und Ministerpräsident Torsten Albig vor dem neu beklebten Bus

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