28.07.2014 13:22

Einschulung 2014

Einschulung 2014 – was kostet der Start in die Schule?

 

Kiel. In diesen Wochen bereiten sich die über 20.000 neuen ABC-Schützen in Schleswig-Holstein auf ihre Einschulung vor. Die Schulen geben dafür Einkaufslisten aus, damit zum ersten Schultag die Ausrüstung der Schulstarter komplett sein kann. Der Deutsche Kinderschutzbund und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bitten Eltern, die Einkaufslisten – gern mit den ungefähren Kosten – fürs Schuljahr 2014/2015 an den Kinderschutzbund zu schicken und auch die Höhe des Betrages für die Klassenkasse mitzuteilen. Kontakt: Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein e.V., per Mail: info@kinderschutzbund-sh.de, Fax: 0431/66 66 79-16 oder Post: Sophienblatt 85, 24114 Kiel.

 

Der Unterrichtsalltag zeigt, dass ein großer Teil der Schülerinnen und Schüler nicht mit den geforderten Materialien wie Schere, Buntstiften, Arbeitsheften und Sportzeug ausgestattet ist, weil das Familieneinkommen dafür nicht ausreicht. Der Kinderschutzbund und die GEW setzen sich daher gemeinsam für Chancengleichheit durch tatsächliche Lernmittelfreiheit ein. „Deshalb muss das Schulgesetz geändert werden. Die Schulträger müssen ausreichend Geld zur Verfügung haben, um die Lernmittelfreiheit garantieren zu können“, so Matthias Heidn, Landesvorsitzender der GEW.

 

Fast jedes dritte Schulkind in Schleswig-Holstein ist von Armut betroffen und hat Anspruch auf Leistungen aus dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket. Somit hat Kinderarmut die Schulen erreicht.

 

Der Kinderschutzbund verfolgt die realen Kosten der Schulausstattung seit Jahren. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass Eltern 300 Euro pro Kind und Schuljahr aufwenden, zum Vergleich: das sogenannte Bildungs- und Teilhabepaket sieht Leistungen in Höhe von 100 Euro pro Kind und Schuljahr vor. Der Kinderschutzbund führt die Befragung der Eltern mittels der Einkaufslisten weiter. „Wir halten die finanzielle Belastung der Familien nicht für hinnehmbar, weil so den Schulkindern Bildungschancen vorenthalten werden“, erklärt Irene Johns, Landesvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes.

 

Der Kinderschutzbund und die GEW sind mit den Verantwortlichen der Bildungspolitik im Gespräch, um für alle Kinder die Voraussetzungen für einen Bildungserfolg zu schaffen.

28. Juli 2014

Hintergrund

Laut Schulgesetz herrscht in Schleswig-Holstein grundsätzlich Lernmittelfreiheit, mit der Einschränkung, dass für Materialien, die „vom Schüler verbraucht werden oder bei ihm verbleiben“, Kostenbeiträge erhoben werden können. Das Schulbasispaket des Bildungs- und Teilhabepaketes (BuT) sieht grundsätzlich einen Betrag von 70 Euro für das erste und 30 Euro für das zweite Schulhalbjahr vor. Tatsächlich müssen beispielsweise im ersten Schuljahr für einen Erstklässler aber Materialien im Wert von durchschnittlich 300 Euro angeschafft werden.

                                                                                                                                                                 

Der Deutsche Kinderschutzbund Schleswig-Holstein ist die politisch unabhängige Lobby für Kinder. Er tritt für die Rechte und das Wohlergehen der Kinder ein. In Schleswig-Holstein engagieren sich im Kinderschutzbund über 3000 Mitglieder in 28 Orts- und Kreisverbänden.

Die GEW – das sind bundesweit ca. 270.000 Frauen und Männer, in Schleswig-Holstein aktuell fast 10.000, die in pädagogischen Berufen arbeiten: In Schulen, Kindertagesstätten und Jugendheimen, an Hochschulen, wissenschaftlichen Instituten und Forschungseinrichtungen. Die GEW ist parteipolitisch unabhängig, aber nicht unparteiisch. Das bedeutet: Sie setzt sich für die Verbesserung der Rahmenbedingungen der m Bildungsbereich Beschäftigten und für die Entwicklung und den Ausbau eines demokratischen Bildungswesens ein.



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