17.08.2018 13:49

Der Jugendrat des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein fordert kinderfreundlichere Schule

Im Hinblick auf den Beginn des neuen Schuljahres macht sich der Jugendrat des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein e.V. (DKSB LV SH) für das Thema „kinderfreundlichere Schule“ stark.

KIEL  Der Jugendrat wünscht sich, dass Kinder und Jugendliche bei allen Sie betreffenden Themen im Schulkontext von Anfang an als Experten in eigener Sache mitdiskutieren. Schule ist für Kinder und Jugendliche ein zentraler Ort ihres alltäglichen Lebens. Ihre Erfahrungen und ihre Perspektive sollte daher selbstverständlich miteinfließen, damit Schule noch kinderfreundlicher gestaltet werden kann.

Der Jugendrat des DKSB LV SH setzt sich schon seit Längerem mit dem Thema „Kinderfreundlichere Schule“ auseinander. Neben den Kinderschutzbund-Themen wie eine tatsächliche Lernmittelfreiheit, erfolgreiche Integration oder der Verzicht auf Notenzeugnisse in der Grundschule kommen hier auch zahlreiche praxisnahe Probleme des allgemeinen Schulalltags zur Diskussion. „Die Liste ist lang – Eine wirklich kinderfreundliche Schule setzt sich aus zahlreichen Bausteinen zusammen“, berichtet Moritz (23 Jahre), Mitglied des Jugendrats. „Begonnen mit der Anpassung des Schulbeginns, der zurzeit nicht dem Biorhythmus entspricht und sich vor allem bei pubertierenden Jugendlichen negativ auf den Lernerfolg auswirken kann; bis hin zur Verbesserung des Lernumfeldes zum Beispiel durch intakte zeitgemäße technische Ausstattung, ergonomische Sitzmöbel, die man der individuellen Körpergröße der Schüler anpassen kann und ein arbeitsfreundliches Raumklima dank funktionstüchtiger Heizungen und Fenster“, führt Moritz aus. Die 17-Jährige Emma weist auf die „Förderung der Unterrichtsqualität durch mehr Methodenvielfalt im Unterricht, lebensnahe Unterrichtsthemen sowie die stetige pädagogische Fortbildung von Lehrkräften“ hin. Gerade in Zeiten zunehmenden Mobbings an Schulen, sei die pädagogische Kompetenz der Lehrkräfte wichtiger denn je, das schließe die Erkennung von Traumata oder Essstörungen genauso ein wie die Vermeidung diskriminierender Situationen zum Beispiel im Sportunterricht, ergänzt Ewin (17 Jahre). „Generell sollte die Benotung der sportlichen Leistung abgeschafft werden, da sie unsportliche Schüler benachteiligt, demotiviert und ausgrenzt“, gibt Moritz zu Bedenken.

„Es gibt zahlreiche Aspekte, die für ein gelungenes Konzept einer kinderfreundlicheren Schule zu berücksichtigen sind“, bekräftigt auch die DKSB LV SH Landesvorsitzende Irene Johns, „wir freuen uns, wenn das Thema kinderfreundlichere Schule auf allen Ebenen – also vom Klassenverband bis zur Bildungspolitik – ein fester Bestandteil der Agenda wird. Die Expertise von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen muss in Schulentwicklungsprozessen stärker einbezogen und gewichtet werden.“ 



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