06.02.2017 11:01

(Cyber-) Mobbing

Safer Internet Day am 7. Februar 2017

Kinder und Jugendliche stark machen

KIEL. Der Deutsche Kinderschutzbund Schleswig-Holstein erinnert zum diesjährigen Safer Internet Day am 7. Februar 2017 daran, was Kinder und Jugendliche bei (Cyber-) Mobbing tun können. „Konsequentes gemeinsames Vorgehen gegen Mobbing zahlt sich immer aus“, versichert Irene Johns, Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes. Aus diesem Grund macht der Kinderschutzbund auf ein Angebot von klicksafe anlässlich des Safer Internet Days 2017 aufmerksam: die Initiative der Europäischen Union veröffentlicht ein umfangreiches Handbuch „Was tun bei (Cyber-) Mobbing?“ zum Download (http://www.klicksafe.de/ueber-klicksafe/safer-internet-day/sid-2017/). Es richtet sich vor allem an weiterführende Schulen mit Schüler*innen ab 14 Jahren.

 

„Das Internet bietet Chancen, aber auch Risiken“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst, die das Lernen mit digitalen Medien zu einem Schwerpunktthema der Arbeit des Bildungsministeriums gemacht hat. Für junge Menschen sei es sehr wichtig, falsche Nachrichten (Fake-News) entlarven und die eigenen Daten und sich selbst vor Cybermobbing schützen zu können. „Kinder und Jugendliche müssen lernen, selbstbestimmt mit den digitalen Möglichkeiten umzugehen. Dafür ist die Schule einer der besten Orte“, betonte die Ministerin. Sie freue sich darüber, dass Kinderschutzbund und die EU-Initiative "klicksafe" geeignete Materialien zu diesem Thema entwickelt hätten, sagte Ernst.

 

„Mobbing ist für Kinder und Jugendliche eine sehr belastende Erfahrung. Problematisch ist, dass durch das Internet und über das Smartphone die Zugänge leichter sind und die Hürde gesenkt wird, andere absichtlich zu bedrohen, zu belästigen oder bloßzustellen. Mobbing kann in allen Lebensbereichen der Jugendlichen stattfinden, daher ist die Auseinandersetzung mit dem Thema (Cyber) Mobbing auch in der Schule so wichtig“, erklärt die Landesvorsitzende. Der Kinderschutzbund hat alle allgemeinbildenden Schulen in Schleswig-Holstein über das Angebot zum Download des Handbuchs „Was tun bei (Cyber-) Mobbing?“ informiert und die Lehrer*innen eingeladen, sich in diesem oder kommenden Schuljahr im Unterricht damit zu befassen.

 

Fast alle Zwölf- bis 19-Jährigen verfügen über ein eigenes Smartphone (95 Prozent) mit Touchscreen und Internetzugang. Neun von zehn Jugendlichen haben die Möglichkeit, im eigenen Zimmer mit Tablet, Laptop oder PC das Internet zu nutzen. Fast alle verwenden  WhatsApp (95 Prozent), neun von zehn Jugendlichen tummeln sich täglich aktiv bei WhatsApp (89 Prozent). Und immerhin 35 Prozent der Jugendlichen beteiligen sich täglich aktiv durch Einstellen von Texten und Bildern bei Snapshat.

Jeder dritte Jugendliche zwischen Zwölf und 19 Jahren hat selbst oder im Bekanntenkreis Mobbing im Internet oder per Handy erlebt. Teils beginnt Mobbing online und setzt sich um Schulalltag fort. Acht Prozent geben an, selbst Opfer solcher Ausgrenzung gewesen zu sein (JIM-Studie 2016)[1].

 

„Mobbing ist leider ein Dauerthema geworden. Quer durch unsere Beratungsangebote ziehen sich Anfragen, bei denen es um (Cyber) Mobbing geht. Wichtig ist es, die Hilfe suchende Person mit ihren Sorgen ernst zu nehmen und nicht alleine zu lassen“, konstatiert Susanne Günther, Landesgeschäftsführerin des Kinderschutzbundes. „Fast die Hälfte der Kinder und Jugendlichen, die beim Kinder- und Jugendtelefon zum Thema Schule und Beruf anrufen, greifen wegen Mobbing  zum Hörer“, macht die Landesgeschäftsführerin die Dringlichkeit für Kinder und Jugendliche deutlich.

 

Bei der Nummer gegen Kummer finden Kinder und Jugendliche, und auch ihre Eltern und andere Erziehungsverantwortliche, ein offenes Ohr – beim Thema Mobbing, aber auch allen anderen kleinen und großen Sorgen.

Für Kinder und Jugendliche ist die Nummer gegen Kummer kostenfrei und anonym unter 116111 montags bis freitags von 14 bis 20 Uhr zu erreichen. Wer lieber mit Gleichaltrigen über seine Sorgen spricht, sollte samstags von 14 bis 20 Uhr anrufen, wenn das Kinder- und Jugendtelefon in Kiel mit jugendlichen Beratern besetzt ist. Für die anonyme email-Beratung können sich Jungen und Mädchen auf der Internetseite der Nummer gegen Kummer e.V. www.nummergegenkummer.de einen Zugang einrichten.

Für Eltern ist das Elterntelefon kostenfrei und anonym vom Handy und Festnetz aus in Schleswig-Holstein montags bis freitags von 9 – 11 Uhr und dienstags und donnerstags von 17-19 Uhr unter der bundesweiten Telefonnummer 0800 – 111 0 550 zu erreichen.

 



[1] Der Medienpädagogische  Forschungsverbund  Südwest  (mpfs) erhebt seit  1998 mit der repräsentativen Studienreihe „JIM“ (Jugend,  Information,  (Multi-)Media) Grundlagendaten zur  Mediennutzung  Jugendlicher  in  Deutschland.  Die  JIM-Studie  wird  vom  mpfs,  als  Kooperation  der  beiden  Landesmedienanstalten  von  Baden-Württemberg  (LFK)  und  Rhein-land-Pfalz  (LMK),  gemeinsam  mit  dem  Südwestrundfunk  (SWR)  durchgeführt.  Für  die vorliegende  Ausgabe  der  Studienreihe  wurden  1.200  Jugendliche zwischen zwölf und  19 Jahren in ganz Deutschland im Zeitraum vom 24. Mai bis 31. Juli 2016 telefonisch befragt.



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