13.12.2016 11:06

Beteiligungsbericht

Kinderschutzbund Schleswig-Holstein fordert anhaltenden Ausbau
der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

KIEL Angesichts des Berichts der Landesregierung zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sieht der Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein e.V. noch Entwicklungsbedarf. „Auch wenn sich in den letzten Jahren einiges getan hat und Schleswig-Holstein in Sachen Partizipation deutschlandweit führend ist, gibt es grundlegende Verbesserungsmöglichkeiten“, mahnt die Vorsitzende Irene Johns.

Die Partizipation der Kinder und Jugendlichen müsse nach Ansicht des Kinderschutzbundes deutlich mehr sein, als nur ein Lernfeld „für späteres demokratisches Engagement“[1]. „Wir dürfen die Kinder und Jugendlichen nicht in ein von Erwachsenen strukturell vorgegebenes Handlungskorsett zwängen“, fordert Johns. „Beteiligung muss auf Augenhöhe stattfinden, und dass bedeutet die Möglichkeit der tatsächlichen Einmischung und beinhaltet gegebenenfalls auch die Veränderung des Systems. Natürlich ist das nicht immer leicht oder effektiv, aber erst wenn wir Kinder und Jugendliche als ernstzunehmende Experten ihrer Lebenswelt mitreden, mitgestalten und mitbestimmen lassen, können wir wirklich von einer demokratischen Gesellschaft sprechen. Moderner Kinderschutz bedeutet eben nicht nur die Perspektive der Kinder und Jugendlichen zu kennen, sondern sie auch beim Handeln mit einzubeziehen“, betont die Landesvorsitzende.

 

Vor allem die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Alltag, wie sie zum Beispiel im Rahmen der Gemeindeverfassung vorgegeben ist, werde immer noch nur punktuell umgesetzt, bemängelt Irene Johns.

„Was wir endlich brauchen, ist eine Alltagskultur der selbstverständlichen Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Dafür müssen wir vor allem eins tun: unseren Blickwinkel verändern. Partizipation bedeutet vom Kind und Jugendlichen aus zu denken – als vollwertiger Teil der Gesellschaft“, so Johns.

  

Mit seinen 28 Orts- und Kreisverbänden setzt sich der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein seit langem dafür ein, Kindern und Jugendlichen in der Familie, in Kindertageseinrichtungen und Schulen, in der Gemeinde, kurz in allen Lebensbereichen angemessene Beteiligungsmöglichkeiten einzuräumen.



[1] Vgl. Drucksache 18/ 4722, S.7



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