18.04.2016 10:24

Beteiligung von Kindern

Kinderschutzbund Schleswig-Holstein: Viel erreicht – viel vor.

Beteiligung von Kindern ernst nehmen – immer und überall! 

KIEL Auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Schleswig-Holstein am Freitag, den 15. April 2016, hat die Vorsitzende Irene Johns auf ein erfolgreiches Jahr zurückgeblickt. „Unsere Forderung, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern, ist aktueller denn je. Das zeigen nicht nur die Debatten um den Familiennachzug von unbegleiteten Flüchtlingskindern, sondern auch die Daten des neuesten Armutsberichts des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, an dem der Kinderschutzbund mitgewirkt hat“, erklärte Johns. „Die Bekämpfung der auch in Schleswig-Holstein anhaltend hohen Kinderarmut und die damit verbundenen Risiken für das Aufwachsen der Kinder war und ist eins unserer zentralen Themen“, so die Landesvorsitzende. In diesem Zusammenhang habe der DKSB SH nicht nur eine nachhaltige Gesamtstrategie von Bund, Ländern und Gemeinden gefordert, sondern sich 2015 auch öffentlich besonders stark gemacht für die Beitragsfreiheit von Kindertagesstätten bei gleichzeitig weiterer Qualitätssteigerung. „Und das mit erstem Erfolg - wie sich in Ankündigung der Landesregierung zeigt, ab 2017 Familien mit Kindern in einer Krippe bei den Gebühren mit 100 Euro pro Kind zu entlasten“, hob Johns hervor.
Darüber hinaus sei das vergangene Jahr durch die Herausforderung geprägt gewesen, die zahlreichen, teilweise unbegleiteten Flüchtlingskinder in Schleswig-Holstein dabei zu unterstützen, nach der aufreibenden Flucht zur Ruhe kommen und sich schnell integrieren zu können. „Der Kinderschutzbund hilft hier nicht nur durch politischen Einsatz und Öffentlichkeitsarbeit, sondern vor allem auch in der Praxis vor Ort – die Orts- und Kreisverbände integrieren die Hilfen für Flüchtlingskinder in bestehende Angebote oder passen die Konzepte an“, führte Irene Johns aus. Für eine nachhaltige qualifizierte Betreuung von Anfang an als Grundlage einer gelungenen Integration habe der Landesverband eine entsprechenden Fortbildungsoffensive gestartet. Sie solle Mitarbeitern in Kitas, Schulen und anderen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe die benötigten Kenntnisse im Umgang mit hochbelasteten und traumatisierten Kindern vermitteln. „Das Informations- und Fortbildungskonzept ‚sehen - verstehen – handeln‘ macht inzwischen bundesweit Schule – darauf können wir stolz sein“, lobte die Landesvorsitzende.

Auch für die kommende Zeit hat sich der DKSB SH viel vorgenommen: 
Die Mitgliederversammlung hat beschlossen, 2016 das Jahr der Beteiligung zu starten. Zum Weltkindertag am 20. September 2016 wird der Deutsche Kinderschutzbund Schleswig-Holstein seine Kampagne: „Kinderrechte – leicht gemacht!“ fortsetzen und das Jahr der Beteiligung ausrufen - mit vielfältigen Maßnahmen, Aktivitäten und entsprechender Öffentlichkeitsarbeit. „Geben wir Kindern die Möglichkeit, sich maßgeblich zu beteiligen, lernen sie durch eigene Erfahrung, wie demokratische Prozesse ablaufen – das ist eine unersetzliche Grundlage für langfristiges demokratisches Handeln und bürgerliches Engagement. Nur durch Beteiligung von Kindern ist ihre Teilhabe an der Gesellschaft zu gewährleisten“, stellte Johns fest.
Schleswig-Holstein hat bereits 2003, der UN-Kinderrechtekonvention entsprechend, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen als Pflichtaufgabe im § 47f der Gemeindeordnung festgeschrieben. Zudem setzt das Bundeskinderschutzgesetz seit 2012 fest, dass Partizipation konzeptionell zu verankern ist. „Leider erleben wir bisher in der Praxis, dass die Teilhabe von Kinder zwar formal festgeschrieben, aber noch lange keine Selbstverständlichkeit im alltäglichen Umgang ist“, kritisierte Johns. „Der DKSB SH setzt sich deshalb auch dieses Jahr wieder verstärkt für wirklich gelebte Partizipation ein. Das heißt dafür, Kinder und Jugendliche ihrem Alter und ihrem Entwicklungsstand entsprechend an allen Angelegenheiten, die sie betreffen, zu beteiligen. Dafür brauchen wir einen Paradigmenwechsel“, forderte die Landesvorsitzende.


Um diesen Paradigmenwechsel in der Gesellschaft aktiv voranzubringen, wird der Deutsche Kinderschutzbund Schleswig-Holstein die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im eigenen Verband weiter aktiv stärken und gleichzeitig eine gelebte Alltagspartizipation in allen Einrichtungen der Kinder und Jugendhilfe, in Kita und Schule und in der Gesellschaft insgesamt fördern. Dazu wurde eine entsprechende Resolution verabschiedet. „Wir nehmen Partizipation ernst – immer und überall! Wir beteiligen Kinder! Denn nur gemeinsam sind wir eine starke Lobby für die Kinder in Schleswig-Holstein“, schloss Irene Johns.



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