28.05.2018 15:38

Bertelsmann Studie

Kinderschutzbund Schleswig-Holstein alarmiert -

KiTa-Betreuungskosten für Eltern in Schleswig-Holstein am höchsten

KIEL Angesichts der heute veröffentlichten Studie ElternZOOM im Auftrag der Bertelsmann Stiftung[1] kritisiert der Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein, dass Eltern in Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich am meisten für die Kita-Betreuung inklusive Zusatzkosten für Essen, Ausflüge oder Bastelmaterialien zahlen. „Durchschnittlich neun Prozent vom Haushaltsnettoeinkommen – das ist sehr viel für Eltern und zeigt, wie weit wir trotz aller Bemühungen noch von einer ernst zunehmenden Bildungsgerechtigkeit entfernt sind. Bildungs- und Teilhabechancen dürfen endlich nicht mehr von der sozialen und wirtschaftlichen Lage der Eltern abhängen, wenn Armut nicht erblich bleiben soll“ warnt die Landesvorsitzende Irene Johns und fordert die dringende Entlastung der Familien.

Schließlich sei die frühkindliche Förderung bekanntermaßen die Basis für den späteren Bildungserfolg. Nur so können eventuelle Entwicklungsunterschiede frühzeitig ausgeglichen werden, was langfristig mehr Chancengerechtigkeit für die Kinder bedeute. Sie müsse daher für jeden zugänglich und in ausreichender Quantität aber natürlich auch Qualität gewährleistet sein, führt Johns mit Verweis auf die Forderung des Kinderschutzbundes nach „Kostenfreiheit für alle Betreuungseinrichtungen“ aus.

Im Zusammenhang mit den prognostizierten hohen Kosten von jährlich insgesamt 15,3 Mrd. für den Qualitätsausbau und eine Beitragsfreiheit der Kindertagesstätten, hinterfragt die Studie ElternZOOM auch den Stellenwert der Qualitätssicherung. Für die Verbesserung der KiTa-Betreuung durch mehr Personal und bessere Ausstattung ist demnach eine Mehrheit aller Eltern bundesweit bereit, sogar noch höhere Beiträge zu zahlen. In Schleswig-Holstein ist es hingegen mit 51 Prozent gerade einmal die Hälfte.

„Ich halte allein schon die Fragestellung in diesem Kontext für ein falsches Signal“, kritisiert Irene Johns. „Eltern wollen in der Regel nur das Beste für ihre Kinder – und damit natürlich auch eine gute Qualität in der Betreuung ihrer Kinder. Deshalb darf es in Hinblick auf die Kosten von Qualitätsausbau und Beitragsfreiheit nicht um die Frage ENTWEDER - ODER gehen, sondern die Antwort muss immer ein SOWOHL als AUCH sein“, mahnt Johns.

Der Kinderschutzbund unterstütze zwar die Forderungen der Bertelsmann Stiftung, zunächst einkommensschwache Familien von den Kita-Kosten zu befreien und die Kita-Kosten bundesweit einheitlich zu bemessen, drängt aber darauf, das endgültige Ziel der allgemeinen Beitragsfreiheit bei gleichzeitiger Qualitätssicherung strikt zu verfolgen. „Auch wenn die ernüchternden Zahlen zeigen, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben“, so Irene Johns.



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