30.11.2018 09:32

Anti-Mobbing-Tag am 2.12.2018

Nummer gegen Kummer – Elterntelefon

Mobbing in der Schule und nun?

KIEL Den Anti-Mobbing-Tag in Schleswig-Holstein am 2. Dezember 2018 ist in diesem Jahr Anlass für die Nummer gegen Kummer in Schleswig-Holstein, auf das Beratungsangebot für Eltern von betroffenen Kindern aufmerksam zu machen. Denn Mobbing ist ein weitverbreitetes Phänomen und kommt wohl in jeder Schule vor. Für die PISA-Studie von 2015 ermittelten die Wissenschaftler, dass elf Prozent der Schülerinnen und Schüler selbst Mobbing erlebt haben. Für die gemobbten Kinder ist entscheidend, wie die Schule und auch die Eltern mit der Situation umgehen. Die ersten Gefühle, die beschrieben werden, sind meistens: Hilflosigkeit und Scham.

„An unseren Beratungstelefonen führt Mobbing das Ranking als Anlass für den Anruf zwar nicht an, doch berichten unsere ehrenamtlichen Berater und Beraterinnen, dass die anrufenden Eltern einen besonderen Leidensdruck für ihre Kinder und auch sich selbst beschreiben“, erklärt Katja Kirschall, Koordinatorin des Elterntelefons am Standort Neustadt in Trägerschaft des Kreisverbandes des Deutschen Kinderschutzbundes Ostholstein. Am Elterntelefon sprächen die Eltern von betroffenen Kindern oft zum ersten Mal über die Not ihrer Kinder und überwänden ihre eigene Scham, auch die eigene Hilflosigkeit in Worte zu fassen. „Und von da aus lässt sich in der Regel auch sehr gut ein Weg aus dem Mobbing entwickeln“, so Katja Kirschall weiter.

„Unsere Beraterinnen und Berater sind erster Ansprechpartner für alle Fragen, Probleme und helfen in besonders kritischen Situationen. Bei Bedarf öffnen sie den Weg zu weiteren Hilfen. Und so ist es auch beim Thema Mobbing. Durch die sorgfältigen Schulungen zu besonderen Themen können die Anrufenden sich darauf verlassen, dass sie neben der Entlastung durch das Gespräch auch verlässliche Tipps zu weitergehenden Hilfen und Beratungen erhalten“, erläutert Nina Becker, Koordinatorin der Landesarbeitsgemeinschaft Nummer gegen Kummer in Schleswig-Holstein. Die Beraterinnen und Berater sind ehrenamtlich tätig, haben eine rund 70-stündige Ausbildung absolviert und bilden sich durch Fortbildungen zu speziellen Beratungsthemen regelmäßig weiter.

Etwa dreiviertel der Anrufenden am Elterntelefon sind weiblich und zwischen 30 und 44 Jahre alt. Die Gesprächsdauer beträgt in über der Hälfte der Beratungsgespräche zwischen zehn und 30 Minuten. So war es auch, als die Mutter eines 13-jährigen Mädchens anrief, weil sie und ihre Tochter alleine nicht weiterkamen. Das Mädchen wurde von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern verspottet und ausgegrenzt, es konnte im Klassenverband nicht Fuß fassen. Der Klassenlehrer des Mädchens hatte sich in seiner Reaktion überfordert gezeigt und so wusste die Mutter nicht mehr weiter. Nach einem erprobten Leitfaden sprach der Berater mit ihr. Die Mutter fühlte sich am Ende des Gesprächs gestärkt und in der Lage, in Absprache mit ihrer Tochter als nächsten Schritt Kontakt zum Schulsozialarbeiter an der Schule aufzunehmen.



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