02.05.2012 10:00

Aktion

Aktion „Ein Kinderrecht für jeden Abgeordneten“

 Kinderschutzbund fragt nach, Abgeordnete antworten

Artikel 2, 19, 22, 24, 26 28, 29 und 31 der UN-Kinderrechtskonvention – das sind die Kinderrechte, für die sich Abgeordnete des Schleswig-Holsteinischen Landtags jeweils stark machen wollen. Oder konkret ausgedrückt: Für mehr Bildung, Gesundheit, Teilhabe, soziale Sicherheit, Schutz vor Gewalt, die besonderen Rechte von Flüchtlingskindern und das Verbot der Diskriminierung wollen sich Landtagsabgeordnete persönlich einsetzen.

„Ein Kinderrecht für jeden Abgeordneten“ hatte der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein am 5. Oktober 2011 im Rahmen seiner Info-Kampagne zu den Kinderrechten im Foyer des Landtages gefordert (siehe unten). Alle Abgeordneten wurden auf ihrem Weg in den Sitzungssaal gebeten, sich eine Karte mit einem Kinderrecht auszusuchen, für das sie sich besonders einsetzen und das sie für die Kinder „in das Land hinaus tragen“ wollten. Jetzt erfolgte eine Nachfrage bei den Abgeordneten, welches Kinderrecht sich der oder die Abgeordnete ausgesucht habe.

Zehn Landtagsabgeordnete antworteten persönlich, ein Referent für seine Fraktion und ein Fraktionssprecher gleich zwei Mal: einmal für sich persönlich und einmal für die Mitglieder seiner Fraktion. Mit Ausnahme von DIE LINKE antworteten damit Abgeordnete aus allen Landtagsfraktionen. „Wir danken allen Abgeordneten ganz herzlich für ihre zum Teil sehr ausführlichen und sehr persönlichen Erklärungen, für welche Kinderrechte sie sich besonders engagieren wollen“, sagt Irene Johns, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein. „Kinderrechte sind ganz konkrete Anliegen“, erklärt Johns. So stünden zum Beispiel hinter jedem der Projekte und Hilfeangebote des Kinderschutzbundes immer auch ein oder mehrere Kinderrechte, die es zu verwirklichen gelte. Bei den Frühen Hilfen sind dies der Artikel 19 “Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung“, der Artikel 18 „Verantwortung für das Kindeswohl“ und der Artikel 24 „Gesundheitsvorsorge“. „Um zu zeigen, dass Kinderrechte weit mehr als programmatische Erklärungen sind, wollen wir in Zukunft bei allen unseren Vorhaben auch die Kinderrechte benennen, die durch diese Projekte gestärkt werden“, so die Kinderschutzbundvorsitzende.

 

Zum Hintergrund:

Die Info-Kampagne besteht aus neun doppelseitig bedruckten DIN-A5 Karten mit je einem Recht auf der Vorder- und auf der Rückseite. Insgesamt werden über die Karten also 18 von insgesamt 41 Kinderrechten kommuniziert. Jeder Artikel ist im originären Wortlaut der UN-Kinderrechtskonventionen verfasst. Auf einem ebenfalls doppelseitig bedruckten Poster finden sich diese 18 Kinderrechte sowie der Artikel 6a der Landesverfassung ebenfalls im vollständigen Wortlaut. Entwickelt wurde die Kampagne kostenfrei von der Grafikagentur eyekey-design gemeinsam mit dem Kinderschutzbund Schleswig-Holstein. Die Kinderrechte der Kampagne im Einzelnen:

  • Artikel 2: Achtung der Kinderrechte; Diskriminierungsverbot
  • Artikel 4: Verwirklichung der Kinderrechte
  • Artikel 8: Identität
  • Artikel 9: Trennung von den Eltern; persönlicher Umgang
  • Artikel 13: Meinungs- und Informationsfreiheit
  • Artikel 16: Schutz der Privatsphäre und Ehre
  • Artikel 17: Zugang zu den Medien; Kinder und Jugendschutz
  • Artikel 18: Verantwortung für das Kindeswohl
  • Artikel 19: Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung
  • Artikel 22: Flüchtlingskinder
  • Artikel 23: Förderung behinderter Kinder
  • Artikel 24: Gesundheitsvorsorge
  • Artikel 26: Soziale Sicherheit
  • Artikel 27: Angemessene Lebensbedingungen; Unterhalt
  • Artikel 28: Recht auf Bildung; Schule; Berufsausbildung
  • Artikel 29: Bildungsziele; Bildungseinrichtungen
  • Artikel 31: Beteiligung an Freizeit, kulturellem und künstlerischem Leben; staatliche Förderung
  • Artikel 33: Schutz vor Suchtstoffen
  • Artikel 39: Genesung und Wiedereingliederung geschädigter Kinder
  • Artikel 40: Behandlung des Kindes in Strafrecht und Strafverfahren


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