27.02.2012 09:37

Wahlprüfsteine

Wahlprüfsteine für die Landtagswahl 2012

Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein e.V. und der Landesjugendring Schleswig-Holstein e.V. legen auch vor dieser Landtagswahl ihre „Wahlprüfsteine“ vor. „Mit den Wahlprüfsteinen geben wir den Parteien die Möglichkeit, ihre Postionen in Fragen der Kinder- und Jugendpolitik zu verdeutlichen“, erklärt Irene Johns, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein. Die Wahlprüfsteine sind mit Forderungen des Kinderschutzbundes und Landesjugendrings verknüpft.“Wir sind sehr gespannt auf die Antworten der Parteien“, hebt Alexandra Ehlers, Vorsitzende des Landesjugendrings, hervor, „denn eines ist klar, die zukünftige Landesregierung muss zwar sparen, aber sie muss auch eine glaubwürdige Kinder- und Jugendpolitik entwickeln, wenn Schleswig-Holstein ein Land mit Zukunft bleiben will.“

Die Wahlprüfsteine und Forderungen im Überblick:
1. Wahlprüfstein: Soziale Sicherheit für Kinder und Jugendliche
Der Kinderschutzbund und Landesjugendring fordern, die Infrastruktur für Kinder auszubauen, um die Teilhabe von allen Kindern zu sichern und ihre Chancen auf eine gute Gesundheit und Bildung zu verbessern. Hierzu zählt auch die Einführung einer eigenständigen Grundsicherung für alle Kinder.
 

2. Wahlprüfstein: Optimale schulische Bildung für Kinder- und Jugendliche
Ganztagsschulen mit den notwendigen Förderangeboten sind in ganz Schleswig-Holstein auszubauen. Außerdem ist für eine generell kostenfreie Teilnahmemöglichkeit bei allen schulischen Angeboten insbesondere aber für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche zu sorgen.
 

3. Wahlprüfstein: Ausbau der qualifizierten Kinderbetreuung und -bildung in Schleswig-Holstein
Landeseinheitliche Sozialstaffelregelung für den Besuch von Kindertagesstätten, den verstärkten Ausbau der qualifizierten Kinderbetreuung und -bildung in Schleswig-Holstein sowie die Beitragsfreiheit der Kinderbetreuung sind die Forderungen von Kinderschutzbund und Landesjugendring.

4. Wahlprüfstein: Die Jugendverbände und der Kinderschutzbund brauchen ehrenamtliches Engagement
Die Landespolitik muss für eine verlässliche finanzielle Ausstattung sorgen, um das ehrenamtliche Engagement - gerade von jungen Menschen - zu stärken. Dazu gehört auch die notwendige Bereitstellung von Mittel für die Aus- und Fortbildung Ehrenamtlicher. Ohne besondere Anstrengungen auf diesem Gebiet wird der Schatz ehrenamtlichen Engagements gerade in Zeiten des demografischen Wandels nicht zu heben sei.


5. Wahlprüfstein: Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
Kinderschutzbund und Landesjugendring setzen sich für eine Absenkung des Wahlalters bei Landtags- und Bundestagswahlen auf 16 Jahre ein. Sie fordern, die Beteiligung von sozial benachteiligten Kindern und Jugendliche besonders zu fördern, um ihnen Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Kommunen entsprechend des § 47 f der Gemeindeordnung der Kommunen ist zu stärken.


6. Wahlprüfstein: Gesundes Aufwachsen für alle Kinder
Gesundheitsförderung und Prävention müssen ausgebaut und verstärkt werden. Die besonderen Versorgungsbedürfnisse von Kindern mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen sind im allgemeinen Schulsystem und der Kindertagesstättenbetreuung ver-mehrt zu berücksichtigen. Bildungseinrichtungen und Gesundheitswesen müssen eng miteinander vernetzt werden.


7. Wahlprüfstein: Förderung der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit
Kinderschutzbund und Landesjugendring fordern im Rahmen einer Wiederbelebung des Kinder- und Jugendaktionsplanes die Bereitstellung zusätzlicher Fördermittel für die außerschulische Jugendbildung und Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus treten sie dafür ein, zusätzliche Mittel für Bildungsreferenten zur Stärkung der Zusammenarbeit von Jugendarbeit und Schule zur Verfügung zu stellen.

8. Wahlprüfstein: Aufwachsen ohne Gewalt
Die Frühe Hilfen für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern sind konsequent auszubauen. Die Vernetzung und Kooperation zwischen Gesundheitswesen, Kinder- und Jugendhilfe, der Behindertenhilfe und dem Bildungssystem sind zu stärken. Es müssen die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt werden, damit die Kinder- und Jugendhilfe die nötigen Hilfen für gefährdete Kinder und ihre Eltern auch leisten können. Darüber hinaus sind Fortbildung und Qualifizierung für hauptamtliche Fachkräfte und Ehrenamtliche im notwendigen Maße zur Verfügung zu stellen, um den Schutz von Kindern zu stärken.

9. Wahlprüfstein: Interkulturelle Öffnung und internationale Jugendarbeit
Landesjugendring und Kinderschutzbund fordern, die Jugendarbeit in die Verteilung der Fördermittel für Angebote der interkulturellen Jugendarbeit und der Beratung stärker einzubeziehen sowie eine stärkere politische und finanzielle Unterstützung von Jugendbegegnungen und Fachkräfteaustausch - insbesondere in der Ostseeregion. Die grenzüberschreitende Jugend- und Kinderschutzarbeit (Children at Risk in the Baltic Sea-Region/Ostseerat) ist zu stärken.

Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein e.V.
Der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein ist die politisch unabhängige Lobby für Kinder. Er tritt für die Rechte und das Wohlergehen der Kinder ein. In Schleswig-Holstein engagieren sich im Kinderschutzbund über 3000 Mitglieder in 29 Orts- und Kreisverbänden.
Der Landesjugendring Schleswig-Holstein e.V.
Der Landesjugendring ist die Arbeitsgemeinschaft schleswig-holsteinischer Jugendverbände und Jugendringe. Er vertritt die Interessen von 25 Mitgliedsorganisationen und 15 Kreisjugendringen, denen zurzeit mehr als 500.000 Kinder und Jugendliche angehören. Die Arbeit der Jugendverbände in Schleswig-Holstein wird vor allem durch die mehr als 20.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getragen.


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