31.07.2013 16:30

Rechtsanspruch

Pressemitteilung

Rechtsanspruchs auf einen KiTaplatz oder Betreuungsgeld – Für den Kinderschutzbund Schleswig-Holstein ein Widerspruch in sich

KIEL Die Landesvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein Irene Johns hat sich heute kritisch zum Start des Betreuungsgeldes und des Rechtsanspruches auf einen KiTaplatz für unter Dreijährige als zwei gegensätzliche familienpolitische Maßnahmen geäußert. „Selten war Familienpolitik so widersprüchlich. Auf der einen Seite wird ein sehr begrüßenswerter Rechtsanspruch geschaffen, der jetzt auch allen Ein- bis Dreijährigen die Förderung in einer Betreuungseinrichtung zusichert, was, abgesehen von der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, besonders für Kinder aus sozial benachteiligten Familien wichtig ist. Denn je früher ein Kind gefördert wird, desto größer sind seine Chancen, Bildung zu erwerben und seine Fähigkeiten zu entwickeln, um dem Teufelskreis Armut zu entkommen. Doch auf der anderen Seite wird zur gleichen Zeit ein Betreuungsgeld eingeführt, dass leider oft gerade benachteiligte Kinder von einer qualifizierten Förderung fernhalten wird und damit eine Chancengerechtigkeit in der frühkindlichen Entwicklung unmöglich macht,“ so Johns.
„Die für Schleswig-Holstein erwarteten bis zu 44 Millionen Euro Betreuungsgeld jährlich sollten aus Sicht des Kinderschutzbundes in den Ausbau qualifizierter Betreuungs- und Bildungsangebote für Kinder unter drei Jahren investiert werden. Dadurch kann auch dem Trend entgegengewirkt werden, aus Kostengründen reine Kitaplätze zu altersgemischten Gruppen umzugestalten, um so die benötigten Krippenplätze zu schaffen. Das beeinträchtigt eine qualitativ hochwertige, altersgerechte Förderung der Kinder. So etwas ist wohl kaum im Sinne einer effektiven Familienpolitik, “ betonte die Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein.



Zurück