Newsletter Kinderschutz in Schleswig-Holstein 2/2018

Silhouetten Kinder

Newsletter Kinderschutz in Schleswig-Holstein 2/2018

Kinderschutzbund Landesverband SH und Landesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren

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TiK-SH

Traumapädagogik in Kindertagesstätten und Familienzentren

Seit Mai 2016 wird das landesweite Angebot „Traumapädagogik in Kindertagesstätten und Familienzentren“ (TiK-SH) durchgeführt und bereits von zahlreichen Einrichtungen genutzt. Das Qualitätsinstrument für Kindertagesstätten und Familienzentren wird vom Land finanziert und kann bei dem Trägerverbund, bestehend aus Kinderschutzbund SH, IBAF und Wendepunkt e.V., nachgefragt werden. Fachkräfte können sich so direkt im Umgang mit hochbelasteten Kindern im Betreuungsalltag unterstützen lassen oder sich in Fortbildungen mit den traumapädagogischen Ansätzen vertraut machen. Neu ist die Ausweitung von TiK-SH auf die Kindertagespflege, damit wurde auf die Betreuungsrealität in Schleswig-Holstein reagiert. Seit Sommer 2018 ist es nun auch für Tagespflegepersonen möglich, das traumapädagogische Angebot in Anspruch zu nehmen und in die Betreuung von hochbelasteten und traumatisierten Kindern mit einfließen zu lassen.

Mehr Informationen zu TiK-SH finden Sie hier.

 

Politik für Kinder

Lernmittelfreiheit in der Schule

„Mehr Bildungsgerechtigkeit für ALLE Kinder durch tatsächliche Lernmittelfreiheit“ – mit dieser anhaltenden Forderung trat der Landesverband des Kinderschutzbundes gemeinsam mit dem Bundesverband des Kinderschutzbundes und der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft SH vor die Landespressekonferenz. Die Landesschülervertretungen der Gymnasien und Gemeinschaftsschulen sowie die Arbeitsgemeinschaft der Landeselternbeiräte in Schleswig-Holstein unterstützen die Initiative.

Eine repräsentative – vom Landtag in Auftrag gegebene Studie – belegt, dass Eltern für die zum Unterricht nötige Basisausstattung durchschnittlich über 400 Euro im Jahr aus eigener Tasche zahlen – nichteinberechnet zusätzliche Kosten für Klassenfahrten, Nachhilfe und Verpflegung. Es ist nicht weiter hinnehmbar, dass viele Kinder und Jugendliche noch immer langfristig auf ihrem Bildungsweg benachteiligt werden, weil Eltern sich die Ausgaben um den Schulbesuch schlichtweg nicht leisten können. Der Kinderschutzbund fordert die Landesregierung in Schleswig-Holstein daher zu grundlegenden Maßnahmen und einer Sensibilisierung aller Beteiligten auf, um allen Kindern gute Bildungschancen zu bieten.

Das Positionspapier mit unseren Forderungen finden Sie hier.

Schwimmen zu können ist mehr als den Kopf über Wasser zu halten

Seit Sommer 2014 weist der Kinderschutzbund auf den Missstand hin, dass jeder zweite Viertklässler nur unzureichend schwimmen kann. Um hier vor Ort Abhilfe zu schaffen und Kindern das Schwimmen lernen zu ermöglichen, initiierte der Kinderschutzbund SH auf Landesebene gemeinsam mit anderen Institutionen Spendenaktionen, die insgesamt rund 40.000 Euro für „Schleswig-Holstein lernt Schwimmen“ einbrachten und bis heute knapp 300 Kindern einen Schwimmkurs ermöglichten. Zusätzlich werden in einigen Orts- und Kreisverbänden des Kinderschutzbundes Schwimmkurse für benachteiligte Kinder oder Spendenaktionen für Schwimmbad-Freikarten organisiert.

Das kann aber nichts an der betrüblichen Tatsache ändern, dass rund an einem Viertel der 394 Grundschulen im Land mit 101.200 Schüler/-innen der laut Lehrplan obligatorische Schwimmunterricht in der 4. Klasse nicht durchgeführt wird.

Auf diesen Missstand machte der Kinderschutzbund im Rahmen der Sommertour der Landtagsfraktion Bündnis 90/ DIE GRÜNEN am 13. und am 14. August 2018 aufmerksam.

Die vollständigen Pressemeldungen dazu finden Sie hier

 

Rückblick

5. Rendsburger Fachtagung – Bindungstrauma

Am 19. September 2018 fand die 5. gemeinsame Rendsburger Fachtagung des Kinderschutzbundes SH und der imland Klinik im Bereich Kinder psychisch kranker Eltern statt. Schwerpunktthema in diesem Jahr war „Bindungstrauma – transgenerationale Weitergabe und Hilfemöglichkeiten“. Emotionale Vernachlässigung von Kindern ist häufig ein folgenschwerer Kreislauf über Generationen und ein zentrales Thema im Kinderschutz. Die Betroffenen brauchen sowohl therapeutische Hilfen, aber unbedingt auch geschulte und sensibilisierte Fachkräfte insbesondere in der Kinder- Jugend- und Familienhilfe. 300 Fachkräfte der Kinder- Jugendhilfe, Eingliederungshilfe und des Gesundheitswesens nahmen am Fachtag teil.

Hier finden Sie eine Kurzdokumentation sowie in Kürze auch die Power-Point-Präsentation der Vorträge.

 

Beschwerdestelle für Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen

"Vertrauenshilfe" - Regionalstelle Rendsburg - im Kreis Rendsburg-Eckernförde eröffnet

Die „Vertrauenshilfe“ - Regionalstellen Ombudschaft - ist eine externe unabhängige Beschwerdestelle für Kinder- und Jugendliche in stationären Einrichtungen und deren Personensorgeberechtigten. Seit Juni 2018 ist Michaela Beersiek als Projektkoordinatorin im Kreis Rendsburg-Eckernförde unterwegs und stellt die „Vertrauenshilfe“ der öffentlichen Jugendhilfe und in stationären Einrichtungen, den Betreuungskräften und Kindern und Jugendlichen vor. Parallel ist die „Vertrauenshilfe“ in den Regionen Flensburg und Umgebung und demnächst auch in Heide aktiv.

Hier finden Sie den Flyer mit weiteren Informationen.

 

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Aus der Landesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren

Kinderschutz-Zentrum Kiel

Neben der Beratung wird die Belastungs- und Interaktionsdiagnostik bei Kindern, die Gewalt und Vernachlässigung erfahren haben, immer häufiger von Jugendämtern und Gerichten angefragt. Daher hat das Kieler Kinderschutz-Zentrum den Bereich Diagnostik immer weiter ausgebaut. Um die eigene Fachlichkeit zu erweitern, fand im August 2018 im Kinderschutz-Zentrum Kiel eine Teamfortbildung in einem diagnostischen Verfahren zur Einschätzung des generalisierten Bindungsmodells bei Kinder zwischen 5 und 8 Jahren statt. Das Team empfand es als großes Glück, dieses Verfahren bei Frau Prof. Dr. em. Gabriele Gloger-Tippelt zu lernen, die es an der Universität Ulm entwickelt hat. Schön war, dass auch Kollegen aus dem Kinderschutz-Zentrum Hamburg mit dabei waren und so ein gemeinsames Lernen stattfinden konnte.

 

Kinderschutz-Zentrum Lübeck

Im August 2018 besuchte eine Gruppe internationaler junger Wissenschaftler das Kinderschutz-Zentrum Lübeck in Trägerschaft der AWO-Schleswig-Holstein gGmbH. Als Abschluss ihrer mehrmonatigen study-tour durch Deutschland lernten sie das Kinderschutz-Zentrum Lübeck als Beispiel einer Jugendhilfe-Einrichtung in Trägerschaft eines freien Wohlfahrtsverbandes, in diesem Falle der AWO, kennen. Schwerpunkt des gemeinsamen Tages war der Austausch über die Arbeit von Wohlfahrtsverbänden, der spezifischen Aufgaben eines Kinderschutz-Zentrums sowie der Bedeutung von Vernetzung sowohl innerhalb der Jugendhilfe als auch interdisziplinär mit anderen Fachkräften und Institutionen. Darüber hinaus waren die Wissenschaftler sehr an den Zugangsmöglichkeiten zu betroffenen Familien interessiert.

 

Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg

Das Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg entwickelt seine Arbeit im Rahmen von Regionalkonferenzen und Arbeitskreisen weiter und gibt für die Region wichtige Impulse in Sachen Kinderschutz. So können Fachkräfte aus Ostholstein und Segeberg die Expertise des Kinderschutz-Zentrum für Vorträge und Fortbildungen zu Themen des Kinderschutzes anfragen.

Neben der Beratung junger und werdender Eltern zum Schütteltrauma, bietet das Kinderschutz-Zentrum für Kita-Fachkräfte in Ostholstein und Segeberg Schütteltrauma-Themenabende und Vorträge an.

TiK-SH wird in Zukunft auch Fachkräfte in der Kindertagespflege unterstützen. Das Kinderschutz-Zentrum bietet in diesem Rahmen Beratung, Supervision und Fortbildung in bewährter Qualität.

Die Beratung für übergriffige Jugendliche und bei Hochstrittigkeit wird im Kreis Segeberg verstärkt nachgefragt. Ebenso wird die aufsuchende Familienberatung verstärkt: ab Oktober 2018 wird das Kinderschutz-Zentrum mit drei Teams – davon zwei paritätisch besetzt – in der aufsuchenden Familienberatung tätig sein.

In Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum und dem Schulzentrum in Nahe konnten im Kreis Segeberg zwei neue Kunstgruppen, mit jeweils 14 Terminen, für Kinder in besonderen Lebenslagen realisiert werden. Beide Gruppen werden von einer systemischen Kunsttherapeutin geleitet. Die Kosten für den Start wurde durch Spenden finanziert.

 

Kinderschutz-Zentrum Westküste

Aktuell stellen Schutzkonzepte in Einrichtungen einen wichtigen Arbeitsschwerpunkt des Kinderschutz-Zentrum Westküste dar. Das Kinderschutz-Zentrum Westküste hat sich an der Erstellung des Bundesrahmenhandbuches Schutzkonzepte vor sexualisierter Gewalt beteiligt. Diese Expertise kann von Fachkräften aus Kitas, Schulen, der stationären Jugendhilfe und Jugendzentren in der Region genutzt werden. Das Diakonische Werk SH wird dazu 2019 eine Fortbildungsreihe anbieten.

TiK-SH plant für die Region Nord-West für Herbst 2018 und für 2019 neue Fortbildungstermine. Informationen zu den Fortbildungen finden Sie hier. Darüber hinaus können Fachberatungen und Supervision jederzeit auch kurzfristig im Kinderschutz-Zentrum Westküste abgefragt werden.

Eine erste kunsttherapeutische Gruppe für geflüchtete Kinder hat erfolgreich stattgefunden. Das Arbeiten im nonverbalen Bereich nach Flucht und Trauma wird sehr gut angenommen (siehe Artikel auf der Homepage). Eine zweite Gruppe mit Psychoedukation für die Eltern und Kinderpsychodrama für geflüchtete Kinder ist angelaufen.

Der Flyer zum Projekt „Ankerplatz-Beratung für geflüchtete Kinder und Jugendliche und deren Eltern nach Flucht und Trauma“ – im letzten Newsletter wurde an dieser Stelle berichtet – kann jetzt auf der Homepage heruntergeladen werden.

 

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DKSB-YouTube-Kanal mit Video-Clips für das Ehrenamt

Der Kinderschutzbund SH ist jetzt auch auf YouTube vertreten. Hier geht es direkt auf den DKSB-YouTube-Kanal.

 


 

 


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