Newsletter Kinderschutz in Schleswig-Holstein 1/2018

Silhouetten Kinder

Kinderschutzbund Landesverband SH und Landesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren 

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Landespolitik

Kein Kind darf von öffentlicher Beschulung ausgeschlossen werden

Der Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein begrüßt den Antrag des SSW zur Änderung des schleswig-holsteinischen Schulgesetzes (§20). Bisher unterliegen lediglich Kinder und Jugendliche, die in Schleswig-Holstein ihre melderechtliche Hauptwohnung haben, der Schulpflicht. „Es darf nicht sein, dass hier Kinder ungleich behandelt werden, nur weil sie aus einem anderen Bundesland kommen“, kritisiert die DKSB-SH Landesvorsitzende Irene Johns die fehlende rechtliche Eindeutigkeit.

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Terminmerker

19. September 2018 „Kinder psychisch kranker Eltern. 5. Fachtagung"

In der professionellen Beziehungsarbeit mit Kindern und Familien, die von Traumatisierungen in der Bindung von Eltern zu ihren Kindern geprägt sind, erweisen sich etablierte pädagogische Handlungsansätze oft als unzureichend. An dieser Stelle ist Fortbildung für traumasensibles Arbeiten nötig, um Verhaltensweisen besser zu verstehen und damit Fachleute für Entlastung, Stabilisierung und Entwicklung der Kinder und ihrer Familien sorgen können. Die 5. Rendsburger Fachtagung fokussiert „Bindungstrauma – transgenerationale Weitergabe und Hilfemöglichkeiten“. Wegen der erfahrungsgemäß großen Nachfrage ist eine umgehende Anmeldung empfohlen. Und hier geht zu weiteren Informationen und der Anmeldung.


Rückblick

Fachtag „Worauf es ankommt! Gelingende Fachberatung durch die insoweit erfahrene Fachkraft“

Im Mai nutzten mehr als 90 insoweit erfahrene Fachkräfte und im Kinderschutz Tätige den Fachtag in Eutin für einen intensiven Austausch zu zentralen Fragestellungen und Herausforderungen in der Fachberatung. Die Fachkräfte diskutierten zum einen Rollen-Aspekte mit Blick auf die eigene emotionale Beteiligung/ mögliche Verstrickung. Sie thematisierten ebenso Besonderheiten im ländlichen Raum. Die Fachkräfte untersuchten weiterhin strukturelle Rahmenbedingungen und Transparenz der Angebote. Abschließend waren sich die Teilnehmenden einig über ihren großen Bedarf sich zu vernetzen, sich regelmäßig auszutauschen, fortzubilden und möglichst anhand von Fallbeispielen die Beratungspraxis zu reflektieren. Das Sozialministerium kooperierte mit dem DKSB Landesverband, der BAG der Kinderschutz-Zentren sowie dem Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg als Veranstalter des Fachtags.

Die Dokumentation der Veranstaltung finden Sie hier.


Ausblick

Informations- und Fortbildungsstelle Kinderschutz bietet Inhouse-Fortbildungen an

Individuelle Inhouse-Fortbildungen für Fachkräfte aus allen Bereichen der sozialen Arbeit bietet seit mehr als fünf Jahren der Kinderschutzbund Landesverband SH im Rahmen seiner Informations- und Fortbildungsstelle Kinderschutz an. Schwerpunktthemen sind:

  • Kinderschutzkonzepte in pädagogischen Einrichtungen
  • Traumapädagogik
  • Kinder psychisch kranker Eltern verstehen und begleiten
  • Entwicklungspsychologie bei Kindern U3
  • Erkennen und Handeln bei Kindeswohlgefährdung (§8a SGB VIII)
  • Gewaltfreie Kommunikation.

Sprechen Sie uns an oder besuchen Sie unsere Homepage! Gerne kommen wir zu Ihnen in Ihre Einrichtung.


Startklar fürs Ehrenamt!

"Ich engagiere mich für den Kinderschutzbund und Du?!" Ehrenamtskampagne des Kinderschutzbundes gestartet

Mit den tollen Video-Clips des jungen Filmemachers Moritz Boll wirbt der Kinderschutzbund für das Ehrenamt im Kinderschutzbund. Und hier geht es zum YouTube-Kanal des DKSB. Der Kinderschutzbund engagiert sich in einem sensiblen Bereich. Viele der betreuten Kinder und Familien befinden sich in schwierigen Lagen oder Notsituationen. Dieser Verantwortung ist sich der Verband bewusst und legt daher sehr viel Wert auf qualifizierte Fortbildungen, Begleitung und Supervision fürs Ehrenamt. Durchschnittlich sind 30 Ehrenamtliche in jedem der 28 schleswig-holsteinischen Ortsverbände für den Kinderschutzbund tätig. Ehrenamtliche können sich darauf verlassen, dass sie Ansprechpartner im Kinderschutzbund für ihre Fragen rund um ihre Tätigkeit haben. Um die Qualität der Arbeit zu gewährleisten, setzt der Kinderschutzbund Standards im eigenen Verband für die Bereiche der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Arbeit.

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Aus der Landesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren

Kinderschutz-Zentrum Lübeck

Für Kinder mit Eltern, die sich trennen oder scheiden lassen, gerät die Welt aus den Fugen. Ziel des Elternkurses ‚KiB – Kinder im Blick‘ ist es, Eltern in einer Trennungs- und Scheidungssituation zu unterstützen, bessere Fähigkeiten zum Umgang mit sich selbst, mit dem Kind/ den Kindern und dem ehemaligen Partner zu vermitteln. Nach erfolgter Anmeldung findet ein telefonisches Vorgespräch statt. Die Gruppe wird möglichst in gleichen Teilen mit Müttern und Vätern besetzt. Pro Kurs kann nur ein Elternteil teilnehmen. Im Folgekurs wird der zweite Elternteil vorrangig aufgenommen. Mehr Infos und Anmeldung gibt es hier.

‚Emotionale Vernachlässigung und Psychische Misshandlung von Kindern – das unterschätzte Risiko‘ stand im Fokus des bundesweiten Fachkongresses von BAG Die Kinderschutz-Zentren in Kooperation mit dem Kinderschutz-Zentrum Lübeck Anfang Juni 2018. Interessierte Fachleute sowie die 200 Teilnehmer*innen aus den Bereichen der öffentlichen und freien Jugendhilfe, Kita und Gesundheitshilfe werden voraussichtlich ab Frühjahr 2019 den aktuellen Stand zu dem Thema in einem Fachbuch der BAG Die Kinderschutz-Zentren nachlesen können. Dazu wird der Newsletter Kinderschutz in Schleswig-Holstein einen weiteren Hinweis geben.

Die Jahresevaluation 2017 des Kinderschutz-Zentrums Lübeck kann hier heruntergeladen werden.


Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg

Das Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg hat im April 2017 in den beiden Kreisen die Arbeit aufgenommen und ist assoziiertes Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Die Kinderschutz-Zentren. Mit dem Konzept, alle Beratungs- und Hilfeangebote dezentral mit zwölf Standorten anzubieten, sollen die oft sehr weiten Wege in den beiden Kreisen für die Hilfesuchenden überwunden werden. Nach einem Jahr zeigt sich bereits, dass die Hilfeanfragen – vor allem aus pädagogischen Einrichtungen – zu Gewalt gegen Kinder steigen. In Ostholstein werden Räumlichkeiten wie eine DKSB-Kita als Beratungsort genutzt und gut angenommen. Im Bereich Segeberg hat vor allem die Ausweitung auf alle Gefährdungslagen - und nicht wie vorher ausschließlich im Bereich sexuelle Gewalt gegen Kinder – dazu beigetragen, dass mehr Hilfeanfragen das Kinderschutz-Zentrum erreichen. Ein weiterer Synergieeffekt der Gründungsphase ist, dass zur Entlastung von Kindern, die ihre (psychisch) kranken Eltern pflegen („Young Carers“), eine dringend benötigte zweite Gruppe eingerichtet werden konnte. Möglich macht’s eine Anschubfinanzierung des Kreises und Spenden. Ebenfalls durch Spenden ermöglicht findet wöchentlich ein Kunstprojekt für benachteiligte Kinder statt.

Auf der Homepage ist auch ein Video-Clip zum Angebot des Kinderschutz-Zentrums OHSE verlinkt.


Kinderschutz-Zentrum Westküste

20-jähriges Bestehen feierte das Kinderschutz-Zentrum Westküste im März mit einem Festakt. Der umfassende Vortrag „Traumapädagogik in der sozialen Arbeit“ von Corinna Scherwath fand besondere Anerkennung. Danach wurde im Speicher in Husum ausführlich getanzt. Mehr zum Jubiläum lesen Sie hier.

Traumapädagogik in der Kita: als Kooperationspartner der IBAF im Rahmen von TIK -SH übernimmt das Kinderschutz-Zentrum Westküste ein- und zweitägige Fortbildungen zu Traumapädagogik in der Kita. TIK-SH ist ein landesweites Projekt des DKSB LV SH, der IBAF und Wendepunkt. Informationen zum TIK-SH-Projekt finden Sie hier. Selbstverständlich ist das Kinderschutz-Zentrum Westküste darüber hinaus weiterhin Ansprechpartner bei Fragen zu Trauma.

Ankerplatz, ein Beratungsangebot im Kinderschutz-Zentrum Westküste für geflüchtete Kinder, Jugendliche und deren Eltern mit Trauma und Gewalterfahrung, wird gut angenommen. Das Projekt wird über drei Jahre vom Deutschen Hilfswerk finanziert. Aktuell bietet das Kinderschutz-Zentrum Westküste in diesem Projekt u.a. eine kunsttherapeutische Gruppe für Kinder aus geflüchteten Familien im Grundschulalter an. Auf der Homepage des Kinderschutz-Zentrums sind auch Video-Clips zum Projekt verlinkt. 

Das Kinderschutz-Zentrum Westküste hat seit Januar 2018 eine neue Adresse in Marne: Schillerstraße 11, 25709 Marne, Telefon 04851 952402.


Kinderschutz-Zentrum Kiel

25 Jahre gute Kooperation Kinderschutz-Zentrum mit dem Kreis Plön: Am 31.05.2018 nahmen über 100 geladene Gäste das 25-jährige Jubiläum  zum Anlass mit Vorträgen, Musik und Improtheater die sehr gute Zusammenarbeit im Kreis Plön unter dem Motto „Entwicklung unterstützen - Unterstützung entwickeln“  zu feiern. Besonders gefreut über die gelungene Feier hat sich Brigitte Linke, denn sie konnte mit Stolz auf ihr Lebenswerk blicken.

Ein kleines Experiment: Es ist und bleibt schwer Kinderärzte längerfristig in der Frühe Hilfen einzubinden. Daher versuchte es das Kinderschutz-Zentrum Kiel bei Sprechstundenhilfen aus Kinderarztpraxen in Form einer Fortbildung  „Feinzeichen von Belastung in der Interaktion wahrnehmen“. Die zwölf teilnehmenden Sprechstundenhilfen waren sehr engagiert dabei und brachten viele Fallbeispiele mit. Fazit: Sprechstundenhilfen sehen sehr viel Interaktion zwischen Kindern und ihren Eltern.

Auf Anfrage vom Gericht fand in diesem Jahr eine Fortbildung für Verfahrenspfleger mit Migrationshintergrund statt. Konzipiert war die Fortbildung als ganztägiger Input  „Entwicklungspsychologie“ und drei zweistündigen Terminen zur fachlichen Begleitung der praktischen Fallarbeit. Der letzte Termin steht noch aus. Fazit: spannende Begegnung zwischen juristischer Sichtweise und psychologischer/ pädagogischer Sichtweise.


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