17.02.2016 15:01

Asylpaket II

Landtagsdiskussion zum Asylpaket II: Kinderschutzbund verurteilt geplante
Aussetzung des Familiennachzugs für minderjährige Flüchtlinge

KIEL Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein kritisiert das heute im Kieler Landtag diskutierte Asylpaket II der Bundesregierung und die damit verbundene zweijährige Aussetzung des Familiennachzugs für minderjährige Flüchtlinge aufs Schärfste. „Es ist eine unfassbare Missachtung der Menschenrechte und des Kindeswohls“, macht Landesvorsitzende Irene Johns deutlich. Ausgehebelt würden vor allem die Artikel 10 (Familienzusammenführung), 18 (Verantwortung für das Kindeswohl) und 22 (Flüchtlingskinder) der UN-Kinderrechtskonvention, so Johns, da sei auch die Einzelfallregelung nur ein fadenscheiniger Kompromiss.
Im Rahmen der heutigen Eröffnung einer Fachtagung für Fachkräfte in der erzieherischen Jugendhilfe, veranstaltet vom DKSB LV SH und der Kinder- und Jugendhilfe-Verbund der KJSH – Stiftung, äußerte die Landesvorsitzende sich klar zu den möglichen Folgen der Familientrennung. „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind besonders schutzbedürftig“, betont Johns. Allein schon die Sorge um die in der Heimat verbliebene Familie hemme die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, sowie ihre Integration. „Die Schäden für die Kinder sind irreparabel, deshalb müssen wir uns für das Recht der Flüchtlingskinder auf ein Leben mit ihren Familien einsetzen – und die Aussetzung des Familiennachzugs ist hier definitiv der falsche Weg“, fordert Irene Johns.



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